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LEITZINS BLEIBT AUF REKORDTIEF: ABER WAS HEISST DAS EIGENTLICH FÜR MICH?

09.04.2014

Erneut hat sich die EZB dazu entschieden den Leitzins auf einem Rekordtief von 0,25 Prozent zu belassen. Doch wie wirkt sich diese abstrakt klingende Entscheidung auf den Alltag aus? Was bedeutet das für den Sparer, der monatlich etwas auf die hohe Kante legt? Wirkt sich der Leitzins auch auf Immobilienkredite aus? Und kann damit eine Spekulationsblase entstehen?

Einmal pro Monat befindet die Europäische Zentralbank (kurz EZB) über den aktuellen Leitzins der Eurozone. Laut aktuellem Beschluss der EZB vom 03. April 2014 bleiben die Zinsen, seit November 2013, weiterhin bei einem sehr niedrigen Niveau von 0,25 Prozent.

Geldschwemme

Doch was bewirkt der Leitzins eigentlich?

Leitzinsen sind das wichtigste geldpolitische Steuerungsinstrument, mit dem obersten Ziel die Preise in der Eurozone möglichst stabil zu halten, um größeren Preisschwankungen entgegenzuwirken. Denn es soll weder dauerhaft steigende Preise, noch dauerhaft sinkende Preise geben. Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können und ist zudem eine Orientierungshilfe für die Banken bei der Festlegung ihrer Zinsen. Wenn also die EZB den Leitzins senkt, können die Banken bei ihr günstig Kredite aufnehmen. Auf diese Weise kommt mehr Geld in Umlauf und die Menschen werden dazu bewegt, dieses Geld auszugeben. Auf diese Weise wird die Wirtschaft angekurbelt.

Was bedeutet der niedrige Leitzins für den Sparer?

Diese hypothetisch klingenden EZB-Entscheidungen haben direkte Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Der Sparer erhält derzeit kaum bis fast gar keine Zinsen mehr auf Sparbücher, Fest- oder Tagesgelder. Es ist kurzfristig nahezu egal, ob man sein Geld zur Bank trägt oder es zuhause unter dem Kopfkissen aufbewahrt. Wer nicht gerade kurzfristig auf sein Erspartes zurückgreifen muss, sollte sich überlegen dies längerfristig anzulegen.

Des einen Leid ist des anderen Freud’

Für den konservativen Sparer mag es derzeit nicht rosig aussehen, dafür können sich Häuslebauer über das billige Geld freuen. Immobilienkäufer profitieren von historisch günstigen Zinsen für Immobilienkredite, die im Schnitt derzeit bei rund 2,5 Prozent liegen. Auch lange Zinsbindungsfristen über 15 bis 20 Jahre sind günstiger denn je. Es ist also fast schon Pflicht, Immobilienkredite so lange wie möglich abzusichern.

Der DAX in Mount Everest Höhen

Ein derart niedriger Leitzins wirkt sich auch auf den Finanzmarkt aus. Zum einen ist es billig sich Geld zu leihen und zum anderen bringen klassische Zinsprodukte dem Sparer kaum noch etwas ein. Deshalb wird das Geld insbesondere in Immobilien oder Aktien investiert. Der DAX stieg im Januar 2014 auf 9.742,96 Punkte, der höchste Wert seit seiner Einführung.

Fragile Seifenblase

Kritiker der EZB warnen, dass bei Zinsen die nahezu bei null liegen eine Blase bei Immobilien und Aktien drohen kann, da das Finanzsystem mit billigem Geld geschwemmt wird. Eine solche Blase löste mitunter die Finanzkrise im Jahr 2007 aus. Genau deshalb ist wichtig, dass der EZB-Rat monatlich über eine Anpassung der Leitzinsen befindet.

Eine schnelle Trendwende der niedrigen Zinsen ist derzeit nicht in Sicht. Sparer sollten deshalb den Kopf nicht in den Sand stecken und sich proaktiv mit ihrer Anlagesituation auseinandersetzen. Wesentlich ist eine situationsgerechte Anlagestruktur, wie auch eine Diversifikation des ersparten Kapitals.


Kategorie: Geldanlage • Schlagworte: Geldanlage, Immobilienfinanzierung
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