„Schaffe, schaffe, Häusle bauen“ – Kann ich mir meine Wunschimmobilie leisten?

Wer seinen Traum vom Haus oder der Eigentumswohnung verwirklichen möchte, stellt sich zuerst die Frage: „Was kann ich mir leisten“? Um realistisch einschätzen zu können, wie viel Ihr Haus kosten darf, ist ein ehrlicher Kassensturz notwendig. Dieser zeigt auf, wie viel Geld im Monat übrig bleibt, um einen Kredit zu bedienen.

 

Haus neuDank derzeit niedriger Zinsen ist ein Haus- oder Wohnungskauf besonders attraktiv. Da der Kaufinteressent jedoch nicht alle Kosten für den Hauskauf sofort aufbringen kann, benötigt der Immobilienkäufer ein Darlehen, welches über mehrere Jahre getilgt wird.

 

Kassensturz: Ermitteln Sie Ihren monatlichen Spielraum

Welche Einnahmen und Ausgaben haben Sie monatlich, aber auch vierteljährlich oder jährlich? Kalkulieren Sie nicht nur größere Posten wie z.B. Miete, Versicherungen und eine eventuelle Autofinanzierung ein, sondern auch geringere Ausgaben wie z.B. Kabel- und Rundfunkgebühren, die Handyrechnung, Restaurantbesuche und den Musikunterricht der Kinder. Denn nur wer einen realistischen Überblick über seine tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben hat, kann abschätzen welche monatlichen Raten für ein künftiges Darlehen übrig sind.

 

Die derzeitige Miete als künftige Darlehensrate?

Kaufinteressenten, die in Miete wohnen, nehmen oft ihre derzeitige Warmmiete als Anhaltspunkt für ihre künftige Zins-Tilgungsrate der Baufinanzierung. Doch vergessen Sie nicht, dass künftig Sie für den Unterhalt des Hauses oder der Wohnung zuständig sind. In den eigenen vier Wänden geht jede Reparatur und jede Ausgabe für z.B. Wasser und Wärme auf eigene Rechnung. Als Faustformel für laufende Nebenkosten gelten 2,50 bis 3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

 

Kaufnebenkosten nicht unterschätzen

Mit der Zahlung des reinen Kaufpreises der Immobilie ist es nicht getan. Bei einem Immobilienkauf entstehen dem Käufer weitere Kosten, wie z.B. Notargebühren (ca. 2% vom Kaufpreis), die Grunderwerbsteuer (5% vom Kaufpreis in Baden-Württemberg) und eine mögliche Provision für den Immobilienmakler (in der Regel 3,57% vom Kaufpreis).

 

Sparfüchse: Ran an den Speck

Nicht nur das monatliche Einkommen, sondern auch das Ersparte ist ein zentraler Baustein einer Finanzierung. Doch wie viel sollte man auf der hohen Kante haben? Verbraucherschützer verweisen auf die Branchenregel, die besagt dass der Häuslebauer mindestens 20 Prozent Eigenkapital als Mindestkapital mitbringen sollte, um das Risiko einzugrenzen. Generell gilt, umso mehr Eigenkapital in den Hauskauf fließt, desto sicherer und günstiger kann eine Finanzierung gestaltet werden.

 

So viel darf Ihr Haus kosten

Die maximale Finanzierbarkeit kann mit folgender Formel errechnet werden:

 

monatliche finanzielle Belastbarkeit x 12 Monate x 100

Zinssatz (in Prozent) + Tilgung (in Prozent)

 

= Darlehensbetrag + Eigenkapital – Kaufnebenkosten

 

Was übrig bleibt, ist der ungefähre Betrag, den Sie für Ihre Wunschimmobilie aufwenden können.

 

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Eine Immobilienfinanzierung ist eine langfristige Angelegenheit. Die Zukunft kann alles Mögliche bringen: ein unerwarteter Kinderwunsch, der Wunsch nach mehr Freizeit, eine Trennung vom Partner oder gar ein Jobverlust. Jene Faktoren können Ihre gesamte Planung auf den Kopf stellen. Weil sich die Zukunft aber zum Glück nicht vorhersehen lässt, bleibt künftigen Immobilienbesitzern nur eins: Planen Sie Ihr Vorhaben und Ihre finanzielle Lage durch, ohne dabei durch die rosarote Brille zu sehen.

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