Welche Kosten kommen beim Immobilienkauf auf mich zu?

Sein Traumhaus zu finden geht  schnell. Auf den ersten Blick stimmt der Kaufpreis, doch welche Kosten fallen zusätzlich an? Diese werden oft unterschätzt und können für eine Immobilienfinanzierung zum Verhängnis werden.

 

Immobilien Zeitung

Die Banken werben derzeit mit niedrigen Zinsen, was den Wunsch vieler Menschen ein Eigenheim zu besitzen, erheblich verstärkt. Die Gier nach dem

sogenannten „Betongold“ ist derzeit höher denn je. Hat man nun das Objekt der Begierde endlich gefunden, denkt man zunächst einmal an die Finanzierung des Kaufpreises. Reicht mein Einkommen um den Kredit zu tilgen und die fälligen Zinsen zu bezahlen? Bleibt davon noch etwas übrig, um sich evtl. einen Umbau oder eine Renovierung zu leisten? Doch mit der Bezahlung des Kaufpreises ist es nicht getan.

 

Welche weiteren Nebenkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?

 

Gebühren für den Notar und das Grundbuchamt

 

Wer sich eine Immobilie kauft muss grundsätzlich zu einem Notar, um den Kauf notariell beurkunden zu lassen. Wenn man die Immobilie mit Hilfe eines Bankkredites finanziert, verlangt das Kreditinstitut eine Grundschuld. Der Notar veranlasst die Eintragung der Grundschuld beim regionalen Grundbuchamt.

 

Zum 01. August 2013 wurden die Notargebühren zum ersten Mal seit 1986 erhöht. Bisher kalkulierten Experten die Notar- und Grundbuchkosten auf ca. 1,5% des Kaufpreises. Die Experten gehen davon aus, dass der Käufer künftig mit einer Pauschale von ca. 2% des Kaufpreises rechnen sollte. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das immerhin 6.000 Euro zusätzlich zum Kaufpreis.

 

Die Grunderwerbsteuer

 

Seit dem Jahr 2006 dürfen die Bundesländer selbst über die Höhe der Grunderwerbsteuer bestimmen. In Sachsen und Bayern liegt die Grunderwerbsteuer noch bei 3,5 Prozent. Zum 01. Januar 2014 planen einige Bundesländer weitere Erhöhungen. Berlin plant eine Erhöhung der Steuer auf 6% und Schleswig-Holstein sogar eine Erhöhung auf 6,5%. In Baden-Württemberg liegt diese im Jahr 2013 bei 5% des Kaufpreises, was in unserem Beispiel bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro weitere 15.000 Euro zusätzlich zum Kaufpreis ausmacht.

 

Maklergebühren

 

Nicht nur die Grunderwerbsteuer variiert innerhalb Deutschlands, auch die Maklergebühren fallen unterschiedlich aus. Beispielsweise werden in Berlin und Brandenburg Maklerprovisionen von 7,14% des Kaufpreises fällig, inkl. Mehrwertsteuer. In Baden-Württemberg hingegen belaufen sich diese auf „nur“ 3,57% des Kaufpreises. In unserem Beispiel kommen also zu dem Kaufpreis von 300.000 Euro weitere 10.710 Euro hinzu.

 

Aktuell wird von der möglichen großen Koalition (#Groko) durch CDU und SPD diskutiert, ob die Maklerprovision von demjenigen bezahlt wird, der den Makler beauftragt hat. Es wird in Zukunft also sehr regionsabhängig sein, von wem diese Provision bezahlt wird.

 

Immobilienkäufer müssen die „ortsübliche Provision“ nicht zwingend akzeptieren, sondern können deutlich günstigere Konditionen verhandeln. Ob die Provision aber wirklich verhandelt werden kann, hängt vom Markt der Region ab. Bei gefragten Immobilien werden Makler sich kaum auf einen Handel einlassen.

 

Wir fassen zusammen

 

In unserem Beispiel von einem Immobilienkaufpreis von 300.000 Euro im Bundesland Baden-Württemberg, kommen folglich ca. 2% für Notar- und Grundbuchkosten hinzu, die Grunderwerbsteuer von 5% und ggf. eine Maklerprovision von 3,57%.

 

Somit liegt der reale Preis bei 331.710 Euro. Diese Kaufpreisnebenkosten sollte man unbedingt in die Finanzierung des Vorhabens einkalkulieren, sodass noch genug Kapital für eine evtl. Renovierung übrig bleibt und es am Ende kein böses Erwachen gibt.

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